Ratgeber/Sicherheit
„Nicht sicher“ im Browser: Was ein fehlendes SSL-Zertifikat Sie kostet
Fehlt Ihrer Website ein gültiges SSL-Zertifikat, zeigt der Browser neben der Adresse „Nicht sicher“, oft direkt neben Ihrem Kontaktformular. Für Besucher ist das ein Warnsignal, für Google ein Minuspunkt. Dabei ist die Lösung meist kostenlos.

Ein Interessent findet Ihre Website, klickt auf „Kontakt“ und möchte Ihnen schreiben. Neben der Adresse steht: „Nicht sicher“. Manche Browser blenden beim Ausfüllen zusätzlich eine Warnung ein. Wie viele schreiben dann trotzdem?
Was ist ein SSL-Zertifikat überhaupt?
SSL (genauer: TLS) sorgt dafür, dass alles, was zwischen dem Browser Ihres Besuchers und Ihrer Website hin- und hergeht, verschlüsselt ist. Das Zertifikat bestätigt außerdem, dass die Website wirklich zu Ihrer Domain gehört. Zu erkennen ist es an „https://“ vor der Adresse und am Schloss-Symbol.
Fehlt das Zertifikat, ist es abgelaufen oder leitet die alte Adresse mit „http://“ nicht auf die sichere Version weiter, gibt es diesen Schutz nicht.
Was es Sie kostet, wenn es fehlt
| Was passiert | Was das bedeutet |
|---|---|
| „Nicht sicher“ in der Adresszeile | Seit Chrome 68 im Juli 2018 kennzeichnet der verbreitetste Browser jede Seite ohne Verschlüsselung so. Besucher verbinden das mit Gefahr, nicht mit Technik. |
| Formulardaten im Klartext | Name, Telefonnummer und Anliegen gehen unverschlüsselt durchs Netz. Die DSGVO verlangt angemessene technische Maßnahmen zum Schutz persönlicher Daten (Art. 32). |
| Nachteil bei Google | Google nutzt HTTPS seit 2014 als Signal für die Platzierung. Ein kleiner Faktor, aber einer, der sich leicht vermeiden lässt. |
| Abgelaufenes Zertifikat | Noch schlimmer als keins: Der Browser zeigt eine ganzseitige Warnung, und die meisten Besucher kehren um. |
Das Schloss bemerkt niemand. Die Warnung bemerkt jeder.
So beheben Sie es
Zertifikat einrichten
Bei den meisten Hostern lässt sich ein kostenloses Zertifikat, meist von Let's Encrypt, mit wenigen Klicks aktivieren oder ist schon im Paket enthalten.
Alles auf https umstellen
Jede alte Adresse mit http:// muss dauerhaft auf die https-Version weiterleiten. Sonst landen Besucher und Google weiter auf der unsicheren Seite.
Inhalte prüfen
Bilder, Schriften oder Skripte, die noch über http geladen werden, lösen ebenfalls Warnungen aus. Sie müssen auf https umgestellt werden.
Verlängerung sicherstellen
Kostenlose Zertifikate laufen nach 90 Tagen ab und werden automatisch erneuert, wenn es richtig eingerichtet ist. Prüfen Sie, ob das bei Ihnen so ist.
Bei uns Standard, nicht Extra
Jede Website, die wir bauen, läuft ausschließlich über https, mit automatisch erneuertem Zertifikat. Wo es passt, setzen wir zusätzlich eine Einstellung namens HSTS: Sie weist Browser an, die Seite gar nicht erst unverschlüsselt aufzurufen. Das ist kein Aufpreis, sondern Grundausstattung, genau wie Impressum und Datenschutzerklärung.
Mehr erfahrenSo bauen wir Websites: auf eigenem Server, sicher eingerichtetQuellen
- Google Security Blog: A secure web is here to stay, 8. Februar 2018. Ab Chrome 68 (Juli 2018) werden alle Seiten ohne HTTPS als „Nicht sicher“ gekennzeichnet
- Google Search Central Blog: HTTPS als Ranking-Signal, 7. August 2014
- Let's Encrypt: FAQ, abgerufen am 25. Oktober 2026. Kostenlose Zertifikate mit 90 Tagen Laufzeit, automatisch erneuerbar
- Datenschutz-Grundverordnung: Art. 32 DSGVO: Sicherheit der Verarbeitung, abgerufen am 25. Oktober 2026